Flucht aus dem Großen Moor*

Juni 2020
Material: Moorholz, Schieferplatte
Höhe: 26 cm


Mein Zahnarzt hatte vor 40 Jahren als Junge ein Stück Holz aus dem Großen Moor in der Nähe von Gifhorn mitgenommen. Dort lag es wahrscheinlich einige 1000 Jahre, bis es durch die Torfgewinnung an die Oberfläche gelangte. Die Patina spricht auf jeden Fall dafür. Deshalb nahm er es mit und verwahrte es so lange.

Und dann schenkte er es mir anlässlich meiner ersten Vernissage. Ich war überrascht und beeindruckt.
Gleichwohl hatte ich zwei Wochen lang keine Idee, was aus diesem Holz werden könnte.
Doch dann kam sie beim Drehen und Wenden.

Ich brach einen bereits angebrochenen Seitenast heraus und sägte den dickeren Fuß schräg ab. Sofort hatte die Skulptur Dynamik und Bewegung und ich einen Titel im Kopf: „Flucht aus dem Großen Moor“. Schaut man in die Geschichte der Torfstecherfamilien früherer Jahrhunderte und ihr Elend, ist der Titel ganz passend – wer wäre da nicht gern geflohen.

Manchmal liegt das Heil wirklich in der Flucht. Ein anderes Mal gilt es auszuhalten und das Beste aus der Situation zu machen.

Die Schieferplatte bot sich als Unterlage an. Die Jahresringe im abgesägten Querschnitt sehen durch die moorige Färbung auch ganz ungewöhnlich aus. Das abgesägte Stück gibt es als Zugabe.

Flucht aus dem Großen Moor*
Flucht aus dem Großen Moor*

Preis auf Anfrage